Poetics of Relational and Intersectional Identities: African-Diasporic Writers in Austria

Projekt Informationen

Projektförderung: FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
Projektnummer:PAT5166024 (Einzelprojekt)
Projektmittel: 377.079 €
Projektleiter: Rémi Armand Tchokothe
Projektmitarbeiterin: Laura Kisser
Nationaler Projektpartner: Chiala - Verein zur Förderung von Kultur.Diversität.Entwicklung
Internationale Projektberaterin: Prof. Akosua Adomako Ampofo 

Projektlaufzeit: 01.09.2025 – 31.08.2029

Keywords: Comparative African Diaspora Poetics, Relational/Intersectional Identities, (Im)mobilities Studies, ‘Black’ Austrians, Artivism, Literature and Discrimination

Über das Projekt

(c) Antonia Beck-Mannagetta

Trotz der steigenden Anzahl afrikanisch-diasporischer Schriftsteller*innen in Österreich stellt das Land bis dato einen blinden Fleck auf der akademischen Landkarte afrikanisch-diasporischer Literaturen und afrikanisch-europäischer Beziehungen dar. Die literarischen Werke der Autor*innen in Österreich verbinden individuelle mit kollektiven Erfahrungen und thematisieren die Komplexität des Daseins, der Wahrnehmung, der (Nicht-)Zugehörigkeit, der Kunst und der Identität und adressieren damit aktuelle geopolitische und soziale europäisch-afrikanische Realitäten.

Das Projekt schließt diese Forschungslücke und folgt folgenden theoretischen Ansätzen:
1. Eine Poetik relationaler und intersektionaler Identitäten (Glissant, Crenshaw, Salisu)
2. „Over there is in the here“ (Chamoiseau)
3. “Poets of War” (Mazrui)

Die zentrale Projekthypothese ist, dass die ausgewählten Autor*innen und ihre Literatur auf unterschiedlichen Ebenen miteinander verwoben sind. Sie treffen sich an der Schnittstelle von politischer Literatur, Migration Studies, interkultureller Kommunikation, kritischer Diversität, Gender bzw. Antidiskriminierung sowie sozialem „Artivismus“. Mit der Leitfrage „Welche relationalen und intersektionalen Poetiken entwickeln die Schriftsteller*innen, wenn sie aus ihren marginalisierten und intersektionalen Positionen in Österreich schreiben und performen; und wie bereichern sie die vorherrschend ‚weiße‘ österreichische Literaturlandschaft und das ‚Schwarze Europa‘?“, setzt sich das Projekt folgende Ziele:

Ziele

  • Einen Beitrag zu Debatten der African Studies, Migration Studies, African European Studies, Black Studies und Studies of Black Europe zu leisten;
  • Eine grundlegende ästhetische und soziopolitische Analyse der literarischen Präsenz der afrikanischen Diaspora in Österreich vorzulegen.
  • Eine Analyse afrikanisch-europäischer Beziehungen und komplexen, intersektionalen Identitäten durchzuführen.
  • Entwicklung einer multimodalen, kontextsensitiven und mehrsprachigen Forschungsmethode.     
  • Vorlegen einer theoretischen Grundlage für die Erforschung afrikanisch-diasporischer Literaturen im erweiterten Kontext von afrikanisch-europäischen Beziehungen.

 

 

Das Korpus in Zahlen

  • 10+ Autor*innen (Abdelaziz Baraka Sakin, Ada Diagne, Chibo Onyeji, Fiston Mwanza Mujila, Ishraga Mustafa Hamid, Mihret Kebede, Njideka Iroh, Obiora Charles Ikelie Ofoedu, Precious Chiebonam Nnebedum, Tarek Eltayeb)
  • 50+ selbständige Werke und 60+ andere Werke (unselbständige Veröffentlichungen, Online-Veröffentlichungen, Videos, Ausstellungstexte) in 7 Sprachen (Amharisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Igbo, Nigerianisches Pidgin-Englisch)
  • 10+ Genres (von Romanen, Kinderliteratur, Kurzgeschichten, Gedichtsammlungen, Performances, Poetry Slams, Theaterstücken und (semi-) autobiografischen Werken bis hin zu Libretti)
  • Übersetzungen in 8+ Sprachen (Arabisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Schwedisch, Spanisch,…)

Team

(c) Tchokothe

Projektleiter

Assoz.-Prof. Dr. habil. Rémi Armand Tchokothe hat eine Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Afrikanische Literaturen (Institut für Afrikawissenschaften und Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft) an der Universität Wien inne. Er forschte bereits in acht Ländern Afrikas und Europas und seine Forschungs- und Lehrinteressen umfassen Swahili- und Wolof-Literatur, Literaturen des Indischen Ozeans und politische Geografie, Literatur und Memory(cide) sowie Critical African(a) Studies.

(c) Kisser

Projektmitarbeiterin

Laura Kisser, B.A. B.A. M.A., hat ein Bachelor- und Masterstudium in Vergleichender Literaturwissenschaft mit einem zusätzlichen Bachelorabschluss in Journalismus und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien absolviert. Während ihres Studiums verlagerte sie ihren Forschungsschwerpunkt auf literarische Stimmen, die bislang in den Curricula der klassischen Vergleichenden Literaturwissenschaft nur unzureichend vertreten sind. Sie verfügt über Berufserfahrung im österreichischen Kultursektor und über solide Kenntnisse der nationalen Kulturszene.