Afrika zeichnet eine große Anzahl verschiedener Sprachen aus. Basierend auf linguistischen Grundlagen sind Sprachvermittlung sowie die Anwendung linguistischer Theorien auf afrikanische Sprachen wichtige Schwerpunkte an unserem Institut. Neben dem Spracherwerb geht es auch um das Erkennen sprachlicher Strukturen und sprachgenealogischer Zusammenhänge sowie die Beschäftigung mit Konzepten sprachlichen Verhaltens.
Mehrsprachigkeit verbindet als übergeordnetes Thema unterschiedliche (sozio-)linguistische Forschungsansätze am Institut. So werden in Untersuchungen zu Sprachkontakt und Sprachwandel Einflüsse auf sprachliche Strukturen im Kontext gesellschaftlicher, politischer und historischer Transformation analysiert. Soziolinguistische Forschungsansätze beschäftigen sich mit Fragestellungen der Sprachpolitik, Spracheinstellungen von Sprecher*innen und Sprachideologien. Darüber hinaus gewinnen Fragestellungen zu afrikanischer Diaspora und translokalen Sprachrepertoires an unserem Institut zunehmend an Bedeutung.
Grundvoraussetzung für die intensive Beschäftigung mit afrikanischen Sprachen ist eine enge wissenschaftliche Kooperation mit Kolleg*innen und Institutionen aus verschiedenen Ländern Afrikas. So bestehen Kontakte in Forschung und Lehre zu Universitäten in Tansania, Nigeria, Ghana und Burkina Faso sowie mit Afrikalinguist*innen weltweit.
Afrikanische Literaturen stehen an unserem Institut aufgrund ihrer Vielfalt und unterschiedlichen Ausdrucksformen im Zentrum der Literaturwissenschaft. Literatur wird dabei als Medium und kultureller Raum begriffen, in dem Sprache und Geschichte aufeinandertreffen. Daher befasst sich die Literaturwissenschaft ebenso mit Darstellungsweisen gesellschaftlicher Prozesse wie mit sprachlichen Strategien und dem Einsatz ästhetischer Mittel und Formen in den afrikanischen Literaturen.
Zu den zentralen Themen in Forschung und Lehre zählen unter anderem Literaturgeschichte, Postkolonialität, Identitätskonstruktionen, Narration und Gedächtnis, orale Literaturen sowie das Verhältnis von Schriftlichkeit, Mündlichkeit und Interkulturalität. Die Beschäftigung mit afrikanischen Literaturen in Europa bedeutet darüber hinaus eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit westlichen Lesarten sowie dem imperialistischen Erbe und stereotypen Rezeptionsmustern im Diskurs über Afrika.
Die Bandbreite afrikanischer Literaturen zeigt sich sowohl in ihren mannigfaltigen Darstellungen verschiedenster Regionen, Nationen, Kulturen und Sprachen des Kontinents als auch in ihren unterschiedlichen Genres. So gibt es über lyrische, dramatische, epische, philosophische, analytische oder experimentelle Texte hinaus auch diverse Filmwelten und Populärkulturen in afrikanischen und europäischen Sprachen zu entdecken.
Professor für Afrikanische Sprachen und Literaturen:
Prof. Dr. Adams BODOMO