Hausa
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Hausa wird heute in mehreren westafrikanischen Ländern von bis zu 100 Millionen Menschen als Erst- bzw. Verkehrssprache gesprochen. Die meisten Sprecher*innen finden sich in Nigeria, Niger und Ghana, wobei in den ersten beiden Nationen Hausa Anerkennung als Nationalsprache bzw. offizielle Landessprache genießt und sich gegenüber den ehemaligen Kolonialsprachen Englisch und Französisch als regionale Verkehrssprache durchgesetzt hat. Heute zählt Hausa wahrscheinlich zu den am besten dokumentierten Sprachen Afrikas und wird in den Bereichen Handel, Erziehungswesen, so wie Staatswesen eingesetzt. International spielt Hausa auch in Medien eine wichtige Rolle, z.B. BBC World Service, Voice of America, Deutsche Welle, und China Radio International.
Verbreitung des Hausa in Afrika
Jaggar (2001:1)* beschreibt in der Einleitung seiner umfassenden Grammatik die Verbreitung des Hausa folgendermaßen:
„Hausa is a major world language with more first-language speakers than any other sub-Saharan African language […] most of whom live in northern Nigeria and in southern areas of the neighbouring Republic of Niger, where Hausa represents the majority language […] The Hausa-speaking area encompasses the historical emirates of, inter alia, Kano, Katsina, Daura, Zaria, and Gobir, all of which were incorporated into the Sokoto Caliphate following the Fulani-led jihad and conquest in the early 19th century. As a result of this historical contact, mother-tongue speakers of Hausa include many ethnic Fulani. Hausa is also spoken by diaspora communities of traders, Muslim scholars and immigrants in urban areas of West Africa, e.g. southern and central Nigeria, Benin, Burkina Faso, Cameroon, (northern) Ghana and Togo, as well as the Blue Nile Province and western regions of the Sudan. Hausa-speaking colonies are also to be found in large cities in North Africa, e.g. Tripoli (Libya), and Equatorial Africa, e.g. Bangui (Central African Republic), and Brazzaville (Congo). It is the most important and widespread West African language, rivalled only by Swahili as an African lingua franca, and has expanded rapidly as a first or second language, especially in northern Nigeria.“
*Jaggar, Philip J. 2001. Hausa. Amsterdam & Philadelphia. John Benjamins.
Hausa Varietäten (Dialekte)
So wie in jeder anderen großen Sprache haben sich auch im Hausa unterschiedliche lokale Varietäten (Dialekte) herausgebildet. Trotz gewisser sprachlicher Unterschiede sind die verschiedenen Dialekte jedoch wechselseitig gut untereinander verständlich, so dass z.B. Hausa Sprecher*innen aus Nigeria problemlos mit Hausa Sprecher*innen aus Niger oder Ghana kommunizieren können.
Während das Hausa von Sokoto (Nordwesten von Nigeria) manchmal als „Klassisches Hausa“ bzw. „Dichtersprache“ beschrieben wird, fungiert die Varietät von Kano (größte Stadt im nördlichen Nigeria) als Standard Hausa. Das Standard Hausa bildet auch die Grundlage für den Sprachunterricht an der Universität Wien.
Hausa im Kreise seiner verwandten Sprachen
Hausa ist bei weitem die größte von ca. 140 tschadischen Sprachen, die grob gesprochen westlich, südlich und östlich des Tschadsees gesprochen werden. Die Familie der tschadischen Sprachen lässt sich weiter in Westtschadisch, Zentraltschadisch (= Biu-Mandara), Osttschadisch und den Masa-Zweig unterteilen.
Die tschadischen Sprachen sind neben Ägyptisch, Berberisch, Kuschitisch, Omotisch und Semitisch eine von sechs Familien der Afroasiatischen Sprachen.
Ein paar Charakteristika der Hausa Sprache
So wie ein Großteil der afrikanischen Sprachen ist auch das Hausa eine Tonsprache, d.h. einzelne Silben tragen Hochton, Tiefton oder fallenden Ton. Neben der Tonhöhe kann auch Vokallänge zu lexikalischen Bedeutungs- bzw. grammatischen Funktionsunterschieden führen, z.B. huuhùu „Tasche für Kolanüsse“ vs. hùuhuu „Lunge“; faadà „Palast“vs. fàadaa „Priester“.
Darüber hinaus gibt es im Hausa ein paar Laute, die für Sprecher*innen europäischer Sprachen zunächst etwas „exotisch“ anmuten, z.B. so genannte Implosive und einen Ejektiv, die im afrikanistischen Kontext insofern von Bedeutung sind, als sie auch in vielen anderen afrikanischen Sprachen auftreten.
Im Nominalbereich zeichnet sich das Hausa, so wie viele europäische Sprache durch ein so genanntes Genussystem aus, wobei das Hausa nur Maskulin (männlich), Feminin (weiblich), aber kein Neutrum (sächlich) kennt. In manchen Bereichen ist das Hausa viel präziser als das Deutsche, z.B. wird in der 2 Person Singular zwischen „Du maskulin“ und „Du feminin“ unterschieden, z.B. kanàa laafiyàa? „Wie geht es dir? (zu einer männlichen Person)“ vs. kinàa laafiyàa? „Wie geht es dir? (zu einer weiblichen Person)“.
Aufbau des Sprachunterrichts
Im Unterricht orientieren wir uns primär an dem Video-basierten Hausa Kurs "Hausar Baka - Gani Ya Kori Ji" [Gesprochenes Hausa - Sehen ist besser als Hören], (Referenz siehe unten). Videos und Kursmaterialien sind online verfügbar (zum UCLA Language Material), bzw. werden in Moodle zur Verfügung gestellt. Die Videosegmente umfassen natürliche Interaktionen von mehr als 50 Hausa Sprecher*innen und behandeln kulturspezifische Themen (z.B. Grüßen, Verabschieden, Einkaufen, Verhalten in der Familie, Ehestreit, Tischsitten, Religion und Aberglaube, Berufe und vieles mehr), anhand derer die grammatischen Strukturen des Hausa dargestellt und erklärt werden.
Erstes Studienjahr:
Grammatik 1 und 2/Nahawu 1 da 2
Übungen 1 und 2/Ayyukan motsa k‘wak‘walwa 1 da 2
Zweites Studienjahr:
- Grammatik 3 und 4/Nahawu 3 da 4
- Texte 1 und 2/Adabi 1 da 2
- Konversation 1 und 2/Hausar baka 1 da 2