Ein Blick in eine andere Welt Geschichten und Weisheiten aus Westafrika im Zeitalter der künstlichen Intelligenz

PD Dr. Arno Sonderegger, Universität Wien
Eröffnung der Tullner Vorlesungen
Donnerstag, 27. März 2025, 19 Uhr
Rathaus Tulln, Minoritensaal 

Obwohl heutzutage alle über Künstliche Intelligenz (KI) sprechen, bleibt es doch das menschliche Wissen, das unsere Gesellschaft prägt und weiterbringt. Schon einmal von Amadou Hampâté Bâ gehört? Oder vielleicht sogar etwas von ihm gelesen? Falls nicht, wird es höchste Zeit! „Immer, wenn in Afrika ein Alter stirbt, stirbt eine ganze Bibliothek.“ Mit diesen Worten prägte Bâ einen der bekanntesten Sätze über das kulturelle Erbe Afrikas. Als er 1991 im hohen Alter verstarb, schien sich sein Ausspruch zu bewahrheiten – und doch nicht ganz. Denn als leidenschaftlicher Bewahrer von Geschichten, Vermittler überlieferter Weisheit und Verfechter westafrikanischer Toleranz hinterließ Bâ ein beeindruckendes Werk, das bis heute nachwirkt. Neugierig geworden? Dann lassen Sie sich diesen spannenden Einblick nicht entgehen. Denn allzu oft verschwindet der Blick für Lebensrealitäten von Menschen auf dem afrikanischen Kontinent und vor allem für die Vielfalt und Vielfältigkeit. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache wird Arno Sonderegger, Afrikawissenschafter und Historiker an der Universität Wien in seinem Vortrag das Leben, Wirken und Vermächtnis von Amadou Hampâté Bâ beleuchten.

Zur Person:
Arno Sonderegger ist Senior Lecturer für Geschichte und Gesellschaften Afrikas am Institut für Afrikawissenschaften der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Afrikanische Geschichte und Globalgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und Politische Ideengeschichte. Kürzlich erschienen in Buchform seine kurze Geschichte des Alten Afrika: Von den Anfängen bis 1600 (2. Auflage 2024) und Afrika und die Welt: Betrachtungen zur Globalgeschichte Afrikas in der Neuzeit (2021), sowie Africa and Its Historical and Contemporary Diasporas (2023) und Histories of Pan-African Intellectual Activism (2020).

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MAU Konferenz Bayreuth - Delegates werden gesucht!

BAYMAU25 Conference: "Africa and the Shifting Geopolitical Landscape: Tackling Insecurities and Seizing Opportunities in a Multipolarizing World."
April 23-27, 2025 – University of Bayreuth

Wir sind die Model African Union Bayreuth e.V. und organisieren vom 23.-27. April eine MAU-Konferenz an der Universität Bayreuth. Die MAU-Konferenz bietet eine einzigartige Gelegenheit für Studierende, sich intensiv mit politischen und diplomatischen Fragestellungen mit Bezug zu Afrika auseinanderzusetzen und ihre Fähigkeiten im internationalen Dialog zu erweitern.

Im Rahmen dieser Konferenz suchen wir engagierte Studierende aus verschiedenen Disziplinen, die ihre Kenntnisse und Ideen einbringen möchten. 

Die Details zur Anmeldung und den Teilnahmebedingungen finden Sie unter: https://www.modelafricanunion.de/ 

Extended application deadline: April 6, 2025.

EXIL-LITERATURPREISE / 25 jahre "schreiben zwischen den kulturen"

ein wettbewerb zur förderung der literatur von autor*innen, die aus einer anderen sprache und kultur kommen und in deutscher sprache schreiben

Einreichungen bis 30. juni 2025

seit 1997 vergibt der VEREIN EXIL in wien die EXIL-LITERATURPREISE. jeweils 3 juror*innen entscheiden über die vergabe der preise. es werden 8 preise vergeben: 3 für prosatexte, 1 lyrikpreis, 1 preis für autor*innen mit deutsch als erstsprache, 1 preis für texte jugendlicher autor*innen (bis zum vollendeten 20. lebensjahr), 1 preis für einreichungen von schulklassen, 1 preis für dramatiker*innen. (der EXIL-DRAMATIKER*INNENPREIS wird ab 2018 nur noch zweijährlich vergeben und ist eine kooperation mit den WIENER WORTSTAETTEN und dem schauspiel leipzig)

exil-literaturpreise als türöffner

aus dem projekt der exil-literaturpreise sind im laufe der jahre zahlreiche autor*innen hervorgegangen, die mit dem exil-literaturpreis ihren ersten literaturpreis erhielten und die ausgehend von der edition exil ihre literarischen karrieren starteten. wie julya rabinowich, dimitré dinev, anna kim, seher çakır, susanne gregor, didi drobna, thomas perle, samuel mago u.v.a.

die edition exil sieht sich als newcomer*innen-verlag, der den autor*innen in einer langfristigen autor*innenwerkstatt ein intensives lektorat und autor*innen-coaching anbietet; mit dem ziel einer erstpublikation in der edition exil, um den weg in einen größeren verlag zu ebnen.

zur Ausschreibung der exil-Literaturpreise

Ousmane Sembène-Retrospektive

(c) MUBI

Das Filmarchiv Austria veranstaltet im Metrokino (Johannesgasse 6 im I. Wiener Bezirk) eine Ousmane Sembène-Retrospektive, in der es von 10. März bis 2. April 2025, die seltene Möglichkeit gibt, das Gros der realisierten Spielfilme des senegalesischen Filmemachers auf der großen Leinwand und in restaurierten Fassungen zu erleben. Diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen!
Das Programm der Retrospektive findet sich hier: https://www.filmarchiv.at/de/kino/filmreihe/sg_02zCESoYh2yasnFra3XzNE

Übrigens wird vor der Vorführung von "La Noire de..." am Dienstag, den 11. März 2025, Arno Sonderegger (Institut für Afrikawissenschaften) über "Ousmane Sembène (1923-2007), Kreativer kritischer Geist "en action" sprechen.

Als »afrikanischen Molière« hat das Magazin Newsweek einmal Ousmane Sembène bezeichnet. Ursprünglich Schriftsteller, erkennt er die große Wirkung, die der Film auf das analphabetische Publikum seiner Heimat hat. Im Kino sieht er eine Abendschule, im Zentrum seiner Filme stehen Fragen nach Machtverhältnissen, nach den Auswirkungen der Kolonialzeit auf die kulturelle Identität und die Gegenwart Afrikas. Dabei ist die universelle Kraft seiner aufrüttelnden Arbeiten, mit denen er unzählige Preise erhält, nach wie vor bestechend.

Residenz Verlag: Buchpräsentation „Zeit der Glühwürmchen" von Abubakar Adam Ibrahim (Susann Urban Übersetzung)

Mittwoch, 2. April 2025, 19:00 Uhr
Hauptbücherei am Gürtel, Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Moderation: Simon Inou
Übersetzung: Mascha Dabić
Deutsche Lesung: Barbara Braun

Der große Roman aus Nigeria verbindet übernatürliche und reale Welt in einer Geschichte über Liebe, Tod und Erlösung.

Inhalt: Der Maler Yarima Lalo wird plötzlich von lebhaften, schmerzhaften Erinnerungen an gewaltsame Tode in seinen eigenen früheren Leben verfolgt. Doch woher kommen diese verstörenden Bilder? Zweimal, so scheint es, wurde er bereits um der Liebe willen ermordet, aber seine Geliebte Aziza will er nicht verlieren. Mit ihr gemeinsam begibt sich Lalo auf eine Reise quer durch Nigeria und dessen gewaltvolle Geschichte, um die Spuren seiner früheren Leben zu suchen. Er findet Rat bei einem geheimnisvollen Kind, das sich als Verbindung zur Geisterwelt herausstellt – zu den „Glühwürmchen“, den Geistern der im Krieg getöteten Kinder. Und Lalo versteht, was vielleicht auch für sein Land gilt: Wer Rache sucht, wird stets nur den Tod finden, doch wer vergibt, wird leben.

Abubakar A. Ibrahim, geboren 1979 in Jos in Nordnigeria, lebt als Journalist und Autor in Abuja. Für seine Reportagen und Kurzgeschichten hat er zahlreiche Preise und Stipendien gewonnen, u. a. den BBC African Performance Prize und den Michael Elliot Award for Excellence in African Storytelling 2018. Sein viel diskutierter Debütroman „Wo wir stolpern und wo wir fallen“ (Orig. „Season of Crimson Blossoms“, 2015) wurde 2016 mit dem Nigerianischen Literaturpreis, dem größten Literaturpreis Afrikas, ausgezeichnet.2023 erschien sein zweiter Roman „When we were fireflies“ (dt.: „Zeit der Glühwürmchen“, 2025), der auf der Longlist des Dublin Literary Awards steht. 

Susann Urban (Übersetzung), nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Politikwissenschaft und vielen lehrreichen Jahren im Buchhandel als Übersetzerin tätig u. a. von John Steinbeck, Nadifa Mohamed, Nuruddin Farah, und Edwidge Danticat. Für den Residenz Verlag übersetzte sie die Romane „Das Gewicht der Zeit“ (2020) von Jeremy Tiang und „Wo wir stolpern und wo wir fallen“ (2019) und „Zeit der Glühwürmchen“ (2025) von Abubakar Adam Ibrahim. 

Tagung: Gewalt, Erinnerung und versöhnung: Wahrheit als Konfliktherd zwischen Wissenschaft und Demokratie

Zeit: Donnerstag, 3. April 2025, 10:00-18:30
Ort: Juridicum der Universität Wien, Schottenbastei 10-16, 1010 Wien

Selten zuvor waren Demokratie und Rechtsstaat derart unter Druck wie heute. Ihre existenzielle Krise ist auch und vor allem eine Krise der Bedeutung und Funktion von Wahrheit und Vertrauen in der Gesellschaft sowie einer Politik, die opportunistisch alternative Wahrheiten behauptet und sich damit von dem Anspruch entfernt, faktenbasiert zu operieren. Als systematischer Suche nach Wahrheit kommt Wissenschaft und Forschung in dieser Krise eine Schlüsselrolle zu. Wissenschaft mag in demokratisch verfassten, freiheitsgarantierenden Rechtsstaaten blühen und gedeihen, sie ist aber selbst nicht demokratisch verfasst: Wissenschaftliche Diskurse sind radikal offener als politische Diskurse und lassen dennoch nicht alles gelten, das auf hohe Zustimmung stößt.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft und ihre Institute sind der gesellschaftspolitisch relevanten Forschung verpflichtet. Sie greifen aktuelle Themen auf, die die Menschen beschäftigen, und übersetzen ihre Forschungsergebnisse in praktische Relevanz. Unter dem Titel „Wissenschaft, Wahrheit und Demokratie“ (WWD) haben sich die drei Ludwig Boltzmann Institute für Grund- und Menschenrechte, Kriegsfolgenforschung und Digital History zu einer intensiveren Kooperation zusammengeschlossen, die Expertise bündeln, Synergien heben und einen akademischen Beitrag zur Versachlichung in Zeiten multipler Krisen leisten soll.

Vor diesem Hintergrund veranstalten die drei Institute eine gemeinsame Tagung zum Thema „Gewalt, Erinnerung und Versöhnung: Wahrheit als Konfliktfeld zwischen Wissenschaft und Demokratie“, die sich in exemplarischer Weise mit der Frage nach der Wahrheit im Verhältnis von Zeugenschaft und Erinnerungskultur, in Berichten über konfliktbezogene sexualisierte Gewalt und in Post-Konfliktsituationen (transitional justice) beschäftigen wird.

Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund des begrenzten Platzangebots ersuchen wir bis 30. März 2025, um Ihre Anmeldung unter dem folgenden Link: https://eveeno.com/300095272 

Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte, Freyung 6, 1. Hof, Stiege II
A-1010 Wien, T +43 1 4277 27420

Filmreihe: SpotNATURE

(c) Magdalena Krukowska

4.4. bis 6.4.2025 im Metro Kinokulturhaus

Coole Filme – und das nicht deshalb, weil Frances, eine junge Kanadierin, in SEND KELP! (R: Blake McWilliam) im kalten Wasser von British Columbia das neue Superfood Seealgen anbauen will, sondern weil spotNATURE die Filmreihe ist, die sich dem Thema Natur widmet. Und dazu stellen wir auch philosophische Fragen, bzw. erledigt das der Schweizer Filmemacher Beat Oswald in „TAMINA – WANN WAR ES IMMER SO?“ für uns. Wie halten wir es mit der Natur, die mal gezähmt und mal wild und neuerdings auch unberechenbar ist?

In ONCE UPON A TIME IN A FOREST entführt uns Virpi Suutari in die traumhaften Wälder Finnlands und begleitet junge AktivistInnen (dieser Film war der Publikumshit der Dok Leipzig 2024). Fakten und unbequeme Wahrheiten für uns KonsumentInnen deckt Magdalena Krukowska mit ihrem Film LANDGRABBED auf und lässt uns dabei in die Lebensrealitäten afrikanischer AktivistInnen blicken. Beeindruckend auch DIE VISION DER CLAUDIA ANDUJAR! Die Regisseurin Heidi Specogna porträtiert nicht nur die mutige Fotografin Claudia Andujar – Holocaust-Opfer und seit den 1950er-Jahren Kämpferin für die Yanomami in Brasilien –, sondern sie spinnt den roten Faden bis zu den jungen indigenen Aktivistinnen unserer Zeit.


4.4.2025, Beginn 20:00 Uhr
ONCE UPON A TIME IN A FOREST
Virpi Suutari, Finnland 2024, 93 Min., Dok., OmeU

5.4.2025, Beginn 18:00 Uhr
LANDGRABBED
Magdalena Krukowska, Ghana/Elfenbeinküste 2024, 69 Min., Dok. OmeU

5.4.2025, Beginn 20:00 Uhr
DIE VISION DER CLAUDIA ANDUJAR
Heidi Specogna, Brasilien/Schweiz 2024, 89 Min., Dok, OmdU 

6.4.2025, Beginn 17:00 Uhr
TAMINA – WANN WAR ES IMMER SO?
Beat Oswald, Schweiz 2024, 105 Min., Dok., OmeU

6.4.2025, Beginn 19:00 Uhr
SEND KELP!
Blake McWilliam, Kanada 2024, 88 Min., Dok., OmdU

Veranstalterin: Verein zur Förderung einer gesunden, gleichberechtigten Zukunft für Mensch und Natur. Kapellenweg 40, 1220 Wien, ZVR-Zahl: 1751293708

Vortrag von Thomas Maca: Unterwegs in Namibia als Hobbyastronom

Die SADOCC und die Österreichische Namibia-Gesellschaft (oeng.org) laden herzlich zum nächsten Offenen Abend ein.

Mittwoch, 9. April 2025, 18:30 Uhr
in der SADOCC-Bibliothek, Favoritenstraße 38/18/1, A-1040 Wien

Seit vielen Jahren geht der Wiener Mediziner in Namibia seinem Hobby, der Astronomie, nach.
In seinem Vortrag schildert er nicht nur den phantastischen - weil durch keine Lichtverschmutzung getrübten - Sternenhimmel, sondern erzählt auch von Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung und führt uns in die Astronomie Szene in Namibia ein.

Primarius Dr. Thomas Maca ist Internist und Angiologe in Wien.

Forum Südliches Afrika: Vom Meer auf den Tisch - Ökologische und sozial nachhaltige Entwicklungen in Tansanias Fischerei

Donnerstag, 24. April 2025 – 19 Uhr
SADOCC-Bibliothek, Favoritenstraße 38/18/1, A-1040 Wien
Vortrag von Ulrike Kloiber (Wien)

Fisch und andere Meeresfrüchte stellen einen großen Teil der Eiweißversorgung in Tansania dar. Mit der wachsenden Bevölkerung und dem steigenden Tourismus nimmt die Nachfrage weiter zu und bedroht gefährdete Arten. Im Vortrag wird auf die Zusammenhänge zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit in der Fischereiindustrie Tansanias eingegangen. Zudem wird ein privates Meeresschutzgebiet in Sansibar vorgestellt, das Hotels, Restaurants und Tourismusbetriebe sensibilisiert, um die Nachfrage in Richtung nachhaltigerer Fischereiprodukte zu lenken.

Mag. Ulrike Kloiber ist Meeresbiologin aus Niederösterreich mit über einem Jahrzehnt Erfahrung im Schutz mariner Ökosysteme. Seit 2012 prägt sie das erste privat geführte Meeresschutzgebiet der Welt, Chumbe Island Coral Park (CHICOP) in Tansania, wo sie nachhaltige Schutzstrategien für Korallenriffe entwickelt und internationale Forschungskooperationen leitet. Seit 2024 erweitert sie ihr Engagement als Beraterin im USAID-Heshimu-Bahari-Projekt, wo sie an einem Leitfaden für nachhaltigen Fischkonsum in Tansania mitarbeitet.