Arbeitsgruppe: Quellen erfinden und verwenden

"Was sind Ihre Quellen?" ist eine Frage, die Historiker*innen, Anthropologen*innen, Politik-, und Sprachwissenschaftler*innen wie auch Literaturanalytiker*innen gut kennen. Sie wird fast systematisch gestellt, wenn ein Forschungsprojekt vorgestellt und diskutiert wird. Quellen sind nicht neutral. Sie haben ihre eigene Geschichte (präkoloniale, koloniale und postkoloniale), Geographie (europäisch, afrikanisch, ländlich oder städtisch, aus der Diaspora...) und Materialität (Gegenstände, nationale Archive, Romane, Kleidungen, Musik...). Oft fehlen sie gänzlich. Darüber hinaus haben Quellen ihre eigenen Autor*innen und Vermittler*innen: die Forscher*innen, die sie gesucht, wiedergefunden und interpretiert haben. Quellen zu diskutieren bedeutet daher auch die Vorurteile, die Subjektivität und die Forschungsfragen zu diskutieren, die bei der Suche, der Nutzung und/oder der Produktion der Quellen eine Rolle gespielt haben.

In dieser Arbeitsgruppe werden Studierende und Forscher*innen zusammenkommen, um die unterschiedlichen Quellen, die sie nutzen, zu präsentieren und um Erkenntnisse aus der methodischen und historiographischen Diskussion zu gewinnen. Professor*innen, Dozent*innen, Postdocs, Doktorand*innen und Student*innen sind herzlich willkommen. So soll ein fruchtbarer interdisziplinärer Dialog zwischen Geschichte, Politikwissenschaft, Anthropologie, Literatur und Sprachwissenschaft entstehen. Es soll nicht nur ein Ort des Austausches sein, sondern auch ein Treffpunkt, um sich gegenseitig über aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte zu informieren.

Das Diskussionsformat ist flexibel (Vortrag, Diskussion mit Gäste, Besprechung eines Textes, informelle Besprechung eines „Work in Progress“, Filmvorführung...). Thematische Diskussionen zu bestimmten Texten, zur Vorbereitung und Durchführung von Feldforschung oder zum Einsatz neuer Formen der Unterstützung (z.B. Social Media) sind willkommen. Vorschläge und/oder Verbindungen zu Partnerveranstaltungen (z.B. Afrika Kolloquium) und / oder zu anderen Universitätsbereichen sind ebenfalls sehr willkommen.

Eine Webseite mit Ankündigungen und eventuell Blog-Einträgen werden zu gegebener Zeit erstellt.

Die Gruppe wird mit einer Diskussion mit Prof. Giacomo Macola, Gastsprecher, Afrika Kolloquium, 10. März 2020, 17 Uhr, beginnen.

Für Informationen, Fragen oder Vorschläge, kontaktieren Sie Anais Angelo (anais.angelo@univie.ac.at)!