Lusophone Filmreihe WiSe 2017

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung: „Migration aus Afrika. Droht eine Massenzuwanderung nach Europa?“

Dienstag, 12. Dezember 2017, 18.00 Uhr
Rotes Kreuz, Wiedner Hauptstr. 32, 1040 Wien

Afrika ist der am stärksten wachsende Kontinent der Erde. Es wird in absehbarer Zeit zwei Milliarden Menschen beherbergen, während die Bevölkerung in Europa ohne Zuwanderung stagnieren, wenn nicht abnehmen würde. Zugleich besteht zwischen Afrika und Europa ein enormes Entwicklungsgefälle. Der Migrationssog, der dadurch entsteht, wird dokumentiert durch Migranten aus Sub-Sahara Afrika, die unglaubliche Risiken auf sich nehmen, um nach Europa zu gelangen. Auf der anderen Seite braucht Europa Zuwanderung, und auch Afrika selbst entwickelt sich wirtschaftlich viel dynamischer als man vielfach glaubt. Dadurch ergeben sich für europäische Unternehmen enorme Expansionschancen. China scheint diese viel besser erkannt zu haben. Hierzulande wird dagegen offen der Ausbau der „Festung Europa“ propagiert. Die Veranstaltung wird sich mit der Frage befassen, wie das Migrationspotential Afrika-Europa derzeit aussieht und welche Zukunftsperspektiven sich in dieser Hinsicht ergeben. Die Podiumsteilnehmer sind SozialwissenschaftlerInnen und Praktiker, die sich unter verschiedenen Aspekten wissenschaftlich und vor Ort mit Entwicklungen in Afrika befasst haben.

Die Referentinnen und Referenten:
Mag. Walter Hajek MBA (*1976): Der gelernte Jurist und Betriebswirt leitet seit 2016 den Bereich Internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz.

Dr. Max Haller (*1947), em. Univ.-Prof. für Soziologie der Universität Graz, unterrichtete 2009-2010 an der SAUT University in Tansania. Hrsg. des Buches (mit A. Goujon und B. Müller) „Higher Education in Africa. Challenges for Mobility and Cooperation“ (Cambridge Scholars Publishing 2017).

Nicolle Odongo  (* 1992) stammt aus Kenia und studierte Politikwissenschaft an der Universität Wien.

Mag. Hans Stoisser (*1959) ist Unternehmer und Managementberater über Emerging Countries, vor allem in Afrika. Autor des Buches „Der schwarze Tiger - Was wir von Afrika lernen können“ (Kösel Verlag 2015).

Moderation:
Mag. Klaus Huhold (*1977), ist Außenpolitik-Redakteur bei der „Wiener Zeitung“. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Gesellschaften und Politik in Afrika und hat zahlreiche Artikel über Migration veröffentlicht.

Wiener Gesellschaft für Soziologie (www.wienersoziologie.at)

Panel Discussion: „AGENTS OF CHANGE. African Youth between Narratives and Realities“

Tuesday, 12th December 2017, 6.30 pm
Central Library, Urban-Loritz-Platz 2A, 1070 Vienna

Moderation: RITA ISIBA, Director, Aphropean Partners

Panel
YOUSSOUF DIAKITÉ, Chairperson, African Diaspora Youth Forum in Europe (ADYFE), Austria/Mali
ANA KALIN, Policy maker and analyst, Forum from Equitable Development, Slovenia
VICTOR OCHEN, Global Advisor to the United Nations High Commissioner for Refugees at United Nations, UN Ambassador for Peace and Justice - Representing Sustainable Development Goals 16 at United Nations, Director at African Youth Initiative Network (AYINET), Uganda
HANNES SWOBODA, President of the International Institute for Peace (IIP), Member of the European Parliament ret.

Content
Since 2015, when the then current influx of refugees reached its climax in Europe, no other topic was discussed as intensively and as ambiguously than migration and flight. Newspapers spilled over with pictures of masses of immigrants and many politicians played on the topic to gain political weight, using the existing narratives describing migration first and foremost as a security threat for Europe. From 29-30 November 2017, the heads of states and governments of the African Union and the EU will meet in Cote d’Ivoire to discuss common challenges and opportunities. This year’s topic of the AU-EU summit is “Investing in the youth for a sustainable future”. With the world’s largest population under 18, Africa is the youngest continent. African youth, however, is very active, they see themselves as agents of change. Migration, also within Africa, is seen as possibility to gain education and professional know-how, just like many European students profit from exchange programs. The experience of wars, famines, demographic growth, repressive regimes and the lack of job opportunities are substantially challenging Africa’s youth. Empowerment of the African youth to improve economic and social development but also good governance and democracy in their home countries is essential and likewise the change of the current narrative on migration.

Following up on the 4th International Conference NOW on “African Youth and Migration” from September 3-5, 2017 in Kampala, Uganda and a series of Africa-Workshops and public debates organised by the Bruno Kreisky Forum, the VIDC and the IFK from 2016-2017 the discussions are to be continued.

After the AU-EU Summit 2017 – How to go on? What is to be done? How can African youth, in all their diversity, become stakeholders that can bring about relevant change in their countries? How can they be supported from abroad, what do they expect from their governments? How can the narrative on African migration be modified to match reality? These and other questions will be addressed and discussed by the distinguished panellists, whom we are very pleased to bring together in Vienna.

more information: https://www.iipvienna.com/new-events/2017/12/18/agents-of-change-african-youth-between-narratives-and-realities

The event will be held in English. Informal talks, drinks and snacks after the event.
Please register for the event: www.now-conference.org/events

By participating in this event you agree that any photos or recordings taken that include footage of your person may be published or used in any other way by the organizers of the event.


Forum Südliches Afrika: „Europa ist zu enge geworden“. Kolonialpropaganda in Österreich-Ungarn 1885-1918.

Buchpräsentation von und mit Simon Loidl

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19 Uhr
SADOCC-Bibliothek, 1040 Wien, Favoritenstraße 38/18/1
(U1 Taubstummengasse, 13A Belvederegasse)

Obwohl die Habsburgermonarchie keine Kolonialmacht im klassischen Sinn war, war das Phänomen „Kolonialismus“ um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in vielen Bereichen der österreichischen Gesellschaft präsent. Zudem fand in einem kleinen Kreis von Koloniallobbyisten eine rege Debatte über konkrete Möglichkeiten kolonialer Aktivitäten statt. Organisatorisches Zentrum dieser Kolonialdebatte war die 1894 gegründete „Österreichisch-Ungarische Kolonialgesellschaft“. Diese Organisation versuchte systematisch, die Idee kolonialer Expansion in der politischen Diskussion in der Monarchie zu etablieren. Zu diesem Zweck publizierte die „Kolonialgesellschaft“ Broschüren, Pamphlete und Zeitungen, engagierte sich für die Unterstützung von Auswanderern aus Österreich-Ungarn und formulierte Forderungen und Vorschläge, die Mitglieder der Gesellschaft an Ministerien und Politiker sandten. Simon Loidl untersucht in seinem Buch die Arbeit der Kolonialgesellschaft und anderer kolonialistischer Autoren und ordnet deren Tätigkeit in die österreichische politische Landschaft um die Wende zum 20. Jahrhundert mit.

Simon Loidl hat in Wien, Salzburg und Berlin Geschichte und Germanistik studiert. Er arbeitet als freier Journalist und Historiker in Wien.

Film- und Diskussionsreihe: "Screening Africa "

contemporary.perspectives.on.african.cinemas 

Film- und Diskussionsreihe
Screening Africa
2017/11-2018/01

Screening Africa zeigt aktuelle Perspektiven, individuelle Realitäten, künstlerische Positionen und spezifische Fragestellungen von Filmkulturen Afrikas und der Diasporas: ästhetisch-innovativ und genreübergreifend, thematisch hybrid und geopolitisch grenzüberschreitend, gegenwärtig brisant und historisch verwoben… 

Der Bogen dieser Pluralität wird gespannt von queeren Sichtbarkeiten im urbanen Kenya im Zeichen von kollektivem Kunstschaffen (Stories of Our Lives), der Frage nach wer zeigt wen unterschiedlicher Blickpolitiken in Film und Fotografie und deren vielschichtige Auswirkungen auf politische, soziale und regionale Realitäten in Haiti (GADE!), über die Auseinandersetzung mit persönlicher Spurenfindung in den afrikanischen Diasporas und dem Abtasten von generationen-übergreifender Wissensvermittlung eines bestehenden kulturellen Erbes (A Thousand Suns) sowie dem Vergegenwärtigen eines postkolonialen Meilensteins des Afrikanischen Films, dessen Kraft durch seine pointierte Sozialkritik, experimentierfreudige Poetik und kühne Darstellung zwischen Tradition und Modernität fortdauert (Touki Bouki), bis hin zur kritischen Reflexion der (un)möglichen Formen von Dokumentation und Archivierung des Bewegtbildes und dessen Beitrag zur politischen Geschichtsschreibung Westafrikas (Spell Reel).

An vier Abenden diskutieren Künstler_innen, Aktivist_innen, Filmemacher_innen, Kurator_innen und Wissenschafter_innen aus ihrem jeweiligen Blickwinkel zu den einzelnen filmischen Arbeiten. Unter dem Stichwort dynamische Vielfalt greift contemporary.perspectives.on.african.cinemas zudem Fragen der Rolle von Filmschaffenden, lokaler Infrastruktur, trans-/nationaler Produktionsbedingungen, globaler Vernetzung auf.


TUE, 07.11.2017 | 19h30 | schikaneder
Stories of Our Lives — An Anthology Film
Jim Chuchu | The NEST Collective | KEN 2014, 62 min, OmeU.
Guests: Denize Vandecruze | founder Black People in Vienna | Podcast The Queer Truth | Yasmina Touré | filmmaker, film theorist | Vienna


FRI, 08.12.2017 | 15h30 | Top Kino
Gade!
Hermane Desorme | FRA/HTI 2017, 61 min, OmeU.
Guest: Hermane Desorme | filmmaker, artist, poet, couturier | Jacmel/Geneva

screening takes place within this human world – International Human Rights Film Festival


TUE, 16.01.2018 | 19h30 | schikaneder
Mille Soleils (A Thousand Suns)
Mati Diop | FRA 2013, 45 min, OmeU.
Touki Bouki (Die Reise der Hyäne) | Djibril Diop Mambéty | SEN 1973, 95 min, OmeU.
Guest: Maja Figge | art historian, scholar in media & cultural studies, guest professor of media theories at the university of art and design | Linz/Berlin
 

MON, 22.01.2018 | 19h30 | schikaneder
Spell Reel
Filipa César | GER/PRT/FRA/GBS 2017, 96 min, OmeU.
Guest: Nanna Heidenreich | curator, scholar in media & cultural studies, professor for digital narratives – theory at ifs – internationale filmschule köln | Cologne/Berlin

Weitere Informationen unter www.schikaneder.at
Konzept: Djamila Grandits | Doris Posch
Dank an: Johannes Wegenstein, Michael Schmied, Sebastian Palasser
schikaneder Kino | Margaretenstraße 22-24 | 1040 Wien
in Kooperation mit: delta cultura | tfm – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien | this human world – International Human Rights Film Festival | waystone film


VHS Vortragsreihe: "Afrikas Vielfalt und Vielstimmigkeit in Geschichte und Gegenwart"

Vortragsreihe: VHS Landstraße

Frauenbilder in Romanen Westafrikas/Nigerias – literarische Stimmen von Frauen

Dr. Ingeborg Grau

Mittwoch, 31.01.2018 / 18.00-19.30 Uhr
VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien (vhs.at/landstrasse)

Im deutschsprachigen Raum sind die Werke der neuen afrikanischen Literatur nur wenig bekannt – obwohl etwa die Verleihung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 1986 an den nigerianischen Autor Wole Soyinka Hoffnung auf einen diesbezüglichen Wandel gegeben hatte. An Textbeispielen aus Romanen von AutorInnen wie Mariama Ba, Chinua Achebe, Wole Soyinka, Flora Nwapa, Buchi Emecheta, Chimamanda Ngozi Adichie soll die Vielfalt von Frauenbildern und der literarischen Stimmen von Frauen erfahrbar werden.