Podiumsdiskussion: „Krise, Revolte und Krieg in der arabischen Welt“

Dienstag, 24. Oktober 2017, 19:00 - 21:00 Uhr
Hauptbücherei Wien - Am Gürtel, Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Mitwirkende:
Rabab El-Mahdi, Amercian University, Kairo
Haifa Zangana, irakische Schriftstellerin und Aktivistin

Moderation: Helmut Krieger, Institut für internationale Entwicklung der Universität Wien
Einführung: Magda Seewald, VIDC

Podiumsdiskussion und Präsentation des im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienenen gleichnamigen Buches, das in seinen 13 Beiträgen den politisch-wissenschaftlichen Diskurs vermittelt, den das VIDC im Rahmen seiner Vortragsreihe zu den arabischen Umbrüchen in den letzten Jahren initiiert hat.

Veranstaltungssprachen: Englisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: Senden Sie bitte eine Mail an seewald@vidc.org

Mit der Rückeroberung von Mossul im Irak scheint die jihadistische Organisation Islamischer Staat (IS) weitgehend militärisch besiegt. Der von vielen westlichen Staaten im Zusammenspiel mit arabischen Ländern proklamierte Krieg gegen den Terror hat zu dem geführt, was von Menschenrechtsorganisationen bereits am Beginn der Offensive gegen den IS befürchtet worden war: Massenhafte Flucht und Vertreibung der lokalen Bevölkerung sowie eine weitgehende Zerstörung der Städte durch Luftangriffe einer von den USA geführten internationalen Koalition. Dieser vermeintliche Sieg gegen den IS, dessen Terrorzellen weiterhin operieren werden, wird zwar gefeiert, ein inklusives politisches Projekt für eine mehr als leidgeprüfte Bevölkerung bleibt jedoch einmal mehr außen vor. Zu befürchten ist, dass die Befriedung des Irak sowie dereinst Syriens nur eine vorübergehende Erscheinung sein wird – Frieden wird zu wenig mehr als zu einer Periode zwischen Kriegen.
In Ägypten wiederum, einem Zentrum der Revolten von 2011, hat die kaum verhüllte Diktatur unter as-Sisi für eine oberflächliche Friedhofsruhe gesorgt. Tausende inhaftierte politische Gefangene und der Einsatz von Folter und dem Verschwindenlassen von Oppositionellen verdeutlichen brutal, dass das Regime die grundlegend demokratischen Forderungen der Protestbewegungen von 2011 endgültig ersticken will. Mithilfe von Krediten in Milliardenhöhe vor allem von Saudi-Arabien sowie global agierender Finanzinstitutionen wie dem Internationalen Währungsfonds soll zudem die wirtschaftliche Krise des Landes eingedämmt werden. Dass sich damit die Krise nicht bewältigen lässt, ist angesichts vielfältiger Proteste im Land bereits offensichtlich.
In der Veranstaltung werden diese beiden miteinander verflochtenen Entwicklungen des arabischen Raums – der Krieg in Syrien und im Irak sowie das instabile Regime in Ägypten – zum Ausgangspunkt genommen, um nach Zukunftsperspektiven zu fragen:
Was blieb von den Revolten von 2011? Inwiefern können sich die verschiedenen Regime erneut stabilisieren? Wer könnten trotz umfassender sozialer und ökonomischer Verwerfungen zukünftig Träger_innen emanzipativer gesellschaftlicher Entwicklungen sein?

VIDC – Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation,
Möllwaldplatz 5/3, 1040 Wien
Tel: +43-1-713 35 94, Fax: +43-1-713 35 94 73
office@vidc.org; www.vidc.org


Lecture Series of the Department of Development Studies: "Countering Islamophobia in the Age of PEGIDA, Trump, and Co."

by Luis Manuel Hernández Aguilar
Centre for Ethnicity and Racism Studies, Leeds
Islamic Human Rights Commission, London

Wednesday, 25th October 2017, 4.15-5.45 pm
Seminar room, IE, Department of African Studies
Spitalgasse 2, Courtyard 5, 1090 Vienna

Chair: Fanny Müller-Uri
Department of Political Science, University of Vienna

While Islamophobia or anti-Muslim racism is not a new phenomenon at all, the last couple of decades have witnessed a steady and alarmingly expansion of anti-Muslim hatred throughout Western societies. Many scholars have pointed out not only the wide dissemination of perceptions deeming Islam and Muslims as incompatible with, and threatening Western societies, but also the effects of such representations in different arenas (media representation, access to labor and education, everyday violence, institutional settings, etc.). Against this background, little has been said about how Muslims experience, navigate, and actively counter everyday racism and discrimination. Based on interviews conducted with young Muslims in Germany, the lecture engages with the different and highly creative strategies, narratives, and actions countering and challenging the manifestations of Islamophobia in contemporary Germany.


Eröffnungsfest des neuen Weltmuseums in Wien

Eröffnungsfest mit KünstlerInnen aus aller Welt

am Mittwoch, dem 25. Oktober 2017, um 19 Uhr auf dem Heldenplatz

Anschließend haben Sie die Möglichkeit, unser neues Museum bis 1 Uhr früh bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Österreich bekommt rechtzeitig zum Nationalfeiertag sein neues Weltmuseum Wien – ein Haus, das Menschen aller Kulturen auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Drei Jahre lang wurde am Umbau gearbeitet. Nun werden die weltberühmten Sammlungen der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.
In der neuen Schausammlung reihen sich 14 Säle wie eine Perlenkette von Geschichten aneinander und zeigen die Verbindungen zwischen Österreich und der Welt. Fünf Sonderausstellungen erweitern und ergänzen das Angebot.
Wir feiern die Wiedereröffnung mit einem Open-Air-Fest am Heldenplatz, kuratiert von André Heller. Es erwartet Sie ein sinnliches Kaleidoskop aus theatralischen und musikalischen Splittern unterschiedlicher Kulturen aus der ganzen Welt. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir damit auch ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Miteinander setzen.
Durch den Abend führt Sie Christoph Wagner-Trenkwitz.
Künstlerische Lesung von Adele Neuhauser.

Präsentation und Diskussion: "Sozialismen in Entwicklung: Marx und der Globale Süden"

Montag, 30. Oktober 2017, 19:00-21:00
ÖGB Fachbuchhandlung, Rathausstraße 21, 1010 Wien

Präsentation und Diskussion mit:
Felix Wemheuer, Universität zu Köln
Eric Burton, Universität Wien
Julia Eder, JKU Linz

Moderation: Andrea Komlosy, Universität Wien

Sozialistische Theorien von „Entwicklung“ und die Versuche ihrer praktischen Realisierung waren historisch äußerst wirkmächtig, nicht nur im globalen Norden, sondern auch im globalen Süden. Zahlreiche Länder in Asien, Lateinamerika und Afrika versuchten, sozialistische Modelle an regionalspezifische Bedingungen und dynamische Machtverhältnisse auf globaler Ebene anzupassen. Das brachte eine Vielzahl verschiedener Sozialismen hervor, von denen sich manche auf Marx beriefen, andere jedoch explizit vom Marxismus und insbesondere dem Marxismus-Leninismus abgrenzten. Zwischen den verschiedenen Sozialismen in Ost und Süd lassen sich daher nicht nur Transfers und Kooperationen, sondern auch Konkurrenzbeziehungen feststellen. Wieso war Sozialismus für viele Regierungen im globalen Süden ein attraktives Modell – und welche Akteure im globalen Süden greifen heute auf Marx zurück? Was leisten marxistische Theorien, die bisweilen als veraltet und eurozentristisch kritisiert werden, zum Verständnis aktueller Umwälzungsprozesse?

Diese Fragen sollen anlässlich des Hundertjahresjubiläums der Oktoberrevolution sowie vor dem Hintergrund zweier Neuerscheinungen diskutiert werden: „Marx und der globale Süden“ (Hg. Felix Wemheuer) sowie „Socialisms in Development“ (Hg. Eric Burton), die neue Ausgabe des Journal für Entwicklungspolitik (JEP). Wir laden herzlich ein zu Diskussion und Gesprächen bei Getränken und Buffet!

Links:
JEP 3/2017 "Socialisms in Development" (Hg. Eric Burton): Zur Ausgabe
"Marx und der globale Süden" (Hg. Felix Wemheuer): Zum Verlag


HUMAN RIGHTS TALK: „Klein aber oho: Können KleinbäuerInnen die Welt ernähren?“

Podiumsdiskussion
Donnerstag, den 2. November 2017 um 19:00 Uhr
Dachgeschoß des Juridicums, Schottenbastei 10-16, 1010 Wien

Auch 10 Jahre nach der großen Nahrungskrise von 2007/08 reißen die Nachrichten über Hungersnöte nicht ab. Obwohl Kleinbäuerinnen und Kleinbauern einen überproportional großen Anteil der Nahrungsmittelproduktion weltweit beitragen, sind sie die am meisten von Menschenrechtsverletzungen wie Vertreibung, Landgrabbing, Hunger und Mangelernährung betroffene Bevölkerungsgruppe. Die Nahrungsmittelkrise 2007 wurde durch nicht nachhaltige Agrar- und Handelspolitik verursacht, die sich an Profitmaximierung, Wachstum und Industrialisierung orientiert. Die dominanten AkteurInnen sind Konzerne und Regierungen, kleine LebensmittelproduzentInnen und KonsumentInnen dagegen bleiben von der Ausgestaltung ausgeschlossen.

Ein Paradigmenwechsel muss das Wirtschaftssystem von Grund auf transformieren um weitere (Nahrungs-)Krisen zu vermeiden. Bernhard Freyer (BOKU), David Jelinek (ÖBV-Via Campesina Austria), Karin Lukas (Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte), Waltraud Rabitsch (Austrian Development Agency) und Brigitte Reisenberger (FIAN Österreich) werden darüber diskutieren, welche Rolle Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Kampf gegen Hunger und Armut spielen und wie Menschenrechte als Instrument genutzt werden können, ihr Recht auf Rechte zu sichern und Ernährungssouveränität zu erlangen.
Moderation: Irene Brickner (Der Standard).

Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion laden das Forschungszentrum Menschenrechte und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte zu einem kleinen Umtrunk ein.
Der Eintritt ist frei, aus logistischen Gründen bitten wir um Anmeldung an humanrightstalk@univie.ac.at

Die Veranstaltung wird vom Forschungszentrum Menschenrechte der Universität Wien und vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte in Kooperation mit FIAN Österreich und Brot für die Welt organisiert.


ZARA Training: Workshop "(Digitale) Zivilcourage"

VHS Ottakring, Ludo-Hartmann-Platz 7, 1160 Wien
Samstag, 11. November 2017 von 10:00-17:00h
Samstag, 18. November 2017 von 10:00-17:00h
Preis: 130 Euro (Die Kosten können auch mit einem AK Bildungsgutschein beglichen werden. Mehr Info dazu finden Sie hier.)

ZARA Training veranstaltet in Kooperation mit der VHS Ottakring am 11. und am 18. November 2017 einen Workshop zum Thema "(Digitale) Zivilcourage". Bedrohung, Mobbing und Diskriminierung sind Alltagserscheinungen im Internet. Doch kaum eine/r schaut hin oder greift ein - oft bleibt es nur bei guten Absichten.

Wie kann ich helfen, wenn jemand angegriffen wird, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten die Teilnehmer*innen des ZARA-Workshops "(Digitale) Zivilcourage" - dieses Training beschäftigt sich mit den konkreten Möglichkeiten des/der Einzelnen, an der Arbeitsstelle oder in der Öffentlichkeit in "unangenehmen" Situationen einzugreifen. Denn sich mutig für andere einzusetzen und zivilcouragiert zu handeln, lässt sich trainieren!

Der Workshop ist mit 1 ECTS bei der Weiterbildungsakademie (wba) akkreditiert.

Zur Anmeldung geht es hier.


7. Österreichische Entwicklungstagung

Freitag, 17. bis Sonntag, 19. November 2017
Karl-Franzens-Universität Graz, Universitätsplatz 3, 8010 Graz

Vor dem Hintergrund multipler Krisendiskurse wird die Tagung aktuelle sozial-ökologische Transformationen und die Chancen zur (Um-)Gestaltung erkunden! Wie kann eine Umstellung auf nachhaltige Produktionsweisen sozial gerecht gestaltet werden? Schafft ein kohlenstoffarmer, ökologisch nachhaltiger Weg auch sinnstiftende, menschenwürdige Arbeit für ein gutes Leben für alle? Diesen brennenden Fragen werden zahlreiche internationale Diskutant/innen im Rahmen der Entwicklungstagung nachgehen.

Am 17. November um 19 Uhr findet zudem die Verleihung des Österreichischen Preises für Entwicklungsforschung durch die KEF, aus Mitteln des BMWFW statt.

Nähere Informationen und Registrierung (early bird Tarif bis 30. September 2017)

http://www.entwicklungstagung.at/


VHS Vortragsreihe: "Afrikas Vielfalt und Vielstimmigkeit in Geschichte und Gegenwart"

Vortragsreihe: VHS Landstraße

Bäuerliche, höfische und moderne Kunsttraditionen im heutigen Nigeria

Dr. Ingeborg Grau

Mittwoch, 29.11.2017 / 18.00-19.30 Uhr
VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien (vhs.at/landstrasse)

Ausgehend von der Nok-Kultur (ab dem 8. Jhdt. v. Chr. in Zentralnigeria), deren Urheber unbekannt bleiben – über die Terrakotten und Metallgussarbeiten der bäuerlichen Igbo-sprachigen Gesellschaften im heutigen südöstlichen Teil Nigerias soll ein Bogen zu den höfischen Kunsttraditionen von Ife (Yoruba) und dem Reich Benin (Edo) gespannt werden. Darüber hinaus kann Weiterentwicklung und Kontinuität in modernen Kunstformen aufgezeigt werden, wie in der von Susanne Wenger begründeten Künstlerkolonie Oshogbo (Yoruba) oder auch bei individuell wirkenden Künstlern wie beispielsweise Uche Okeke oder Tony Nwachukwu.


VHS Vortragsreihe: "Afrikas Vielfalt und Vielstimmigkeit in Geschichte und Gegenwart"

Vortragsreihe: VHS Landstraße

Frauenbilder in Romanen Westafrikas/Nigerias – literarische Stimmen von Frauen

Dr. Ingeborg Grau

Mittwoch, 31.01.2018 / 18.00-19.30 Uhr
VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien (vhs.at/landstrasse)

Im deutschsprachigen Raum sind die Werke der neuen afrikanischen Literatur nur wenig bekannt – obwohl etwa die Verleihung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 1986 an den nigerianischen Autor Wole Soyinka Hoffnung auf einen diesbezüglichen Wandel gegeben hatte. An Textbeispielen aus Romanen von AutorInnen wie Mariama Ba, Chinua Achebe, Wole Soyinka, Flora Nwapa, Buchi Emecheta, Chimamanda Ngozi Adichie soll die Vielfalt von Frauenbildern und der literarischen Stimmen von Frauen erfahrbar werden.